Von Gaukler-Ärzten,
Grabesstille und dem großen
„Flump“
Manchmal beginnt ein Tag mit Süßkringeln, müden Gedanken und der leisen Hoffnung, dass sich die Welt ausnahmsweise einmal halbwegs normal verhält. In diesem neuen Tagebucheintrag wird diese Hoffnung allerdings sehr schnell unter einem Berg aus Absurdität, seltsamen Begegnungen und fragwürdigen Wahrnehmungen begraben.
Aus redaktioneller Sicht ist besonders schön, wie der Text seinen Humor aus einer Mischung aus Überforderung, grotesken Figuren und herrlich schrägen Alltagsmomenten zieht. Schon der Einstieg macht klar: Hier erzählt jemand, dessen Realität entweder Risse bekommt oder schon längst durch ein sehr buntes Fenster gefallen ist.
Ohne zu viel vorwegzunehmen: Eine unerwartete Begegnung im eigenen Haus, eine neue Nachbarin mit ungewöhnlichem Auftreten und ein Moment, der die Grenze zwischen Traum, Magie und komplettem Überfordern verwischt, sorgen für ein Kapitel, das sich herrlich chaotisch liest.
Dazu kommen bekannte Figuren, die auf ihre jeweils eigene Weise reagieren — mal skeptisch, mal panisch, mal erstaunlich trocken.
Besonders gelungen ist der Kontrust zwischen düsterer Atmosphäre und slapstickartigem Humor. Grabesstille, seltsame Warnungen und mysteriöse Andeutungen treffen auf absurde Dialoge, körperliche Komik und eine Erzählerin, die selbst in den merkwürdigsten Situationen noch einen bissigen Kommentar übrig hat.
Wer also Lust auf einen Tagebucheintrag hat, der irgendwo zwischen makabrem Märchen, verrücktem Rollenspielmoment und schwarzhumoriger Selbsttherapie liegt, dürfte hier bestens aufgehoben sein. Nur so viel sei verraten: Nach diesem Kapitel sieht man Stoffpuppen vermutlich nie wieder ganz genauso.
